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Das Leben nach totaler Laryngektomie

Kehlkopfkrebs ist eine seltene Erkrankung, die in den einzelnen Ländern unterschiedlich häufig auftritt. Weniger als 1 % aller Krebserkrankungen betreffen den Kehlkopf, aber dennoch erkranken jährlich weltweit Hunderttausende Menschen an Kehlkopfkrebs. Die Heilungschancen sind relativ hoch, denn der Kehlkopf ist gegenüber auch kleinen Veränderungen sehr empfindlich; ein eventueller Tumor kann oft frühzeitig erkannt werden.

Es erkranken mehr Männern als Frauen an Kehlkopfkrebs, jedoch stieg die Anzahl betroffener Frauen in den letzten Jahren. Die Ursachen der Krankheit sind noch nicht endgültig erforscht. Ein gewisser Zusammenhang zum Rauchen scheint vorzuliegen. Es gibt aber auch Fälle, in denen Betroffene niemals geraucht haben.

BEHANDLUNG

Die häufigsten Behandlungsformen sind Strahlenbehandlung, Chemotherapie, Operation oder eine Kombination aus diesen. Welche Methode angewandt wird, hängt von der Art und Größe des Tumors ab. Häufig genügt eine Strahlenbe-
handlung oder ein sehr begrenzter chirurgischer Eingriff, z.B. mit dem Laser. Bricht der Tumor jedoch erneut aus oder ist er zu groß, muss er operativ entfernt werden. Die Operation wird totale Laryngektomie genannt (larynx = Kehlkopf, ektomie = Herausschneiden) und der, an dem die Operation durchgeführt wurde, wird als laryngektomiert oder auch kehlkopflos bezeichnet.

DIE STIMME VERLIEREN

Durch eine Laryngektomie geht die Stimme verloren. Das bedeutet nicht, dass man das Sprechvermögen völlig verliert. Das Formulieren von Lauten (Konsonanten und Vokalen) ist auch ohne Stimme noch möglich, und der Zuhörer kann einen Teil von den Lippen ablesen.

Man kann sich natürlich auch schriftlich verständlich machen. Unsere Stimme ist ein wichtiger Teil unserer Persönlichkeit. Mit ihr drücken wir Gedanken und Gefühle aus. Der Verlust der Stimme bedeutet oft einen schweren Einschnitt in das Leben des Betroffenen und für seine nähere Umgebung. Auch das Vermögen, zu schreien und hörbar zu lachen, vermindert sich.

Es gibt jedoch gute Möglichkeiten, eine neue Stimme zu erlangen. Tausende Laryngektomierte können davon berichten – mit ihrer eigenen Stimme.

Die häufigste und erfolgreichste Art, die Stimme wiederherzustellen, ist die Anwendung einer Stimmprothese. Bei dieser Methode wird eine Verbindung oder ein Fistelgang (Stimmfistel) zwischen Speise- und Luftröhre geschaffen. Wenn man beim Ausatmen gleichzeitig das Stoma zuhält, wird so die ausgeatmete Luft durch die Stimmfistel in die Speiseröhre geleitet.

Die Schleimhäute in der Speiseröhre beginnen zu vibrieren und produzieren dabei einen Ton, die neue Stimme. Damit keine Speisepartikel durch die Stimmfistel in die Luftröhre und die Lungen geraten, wird eine Stimmprothese in die Fistel eingesetzt. Dies ist ein Einwegventil, durch das nur die ausgeatmete Luft gelangen kann, das im übrigen aber verschlossen bleibt, um die Lunge zu schützen.

Die neue Stimme kann in Stärke und Tonhöhe variieren, ebenso wie auch schon vor der Operation. Dies beruht auf dem unterschiedlich starken Luftstrom beim Ausatmen.